Marmorpavillon in Istanbul: Geschichte und Architektur

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Museum · Istanbul

Marmorpavillon in Istanbul: Geschichte und Architektur

Der Marmorpavillon oder Serdâb-Pavillon ist ein Pavillon im Komplex des Beylerbeyi-Palasts im Istanbuler Stadtteil Üsküdar.

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Marmorpavillon in Istanbul: Geschichte und Architektur

Der Marmorpavillon oder Serdâb-Pavillon ist ein Pavillon im Komplex des Beylerbeyi-Palasts im Istanbuler Stadtteil Üsküdar. Der Marmorpavillon wurde zur gleichen Zeit wie der Beylerbeyi-Palast errichtet, dessen Bau 1829 begann und 1832 abgeschlossen wurde. Als der ursprüngliche Holzpalast zwischen 1861 und 1863 abgerissen wurde, um Platz für einen neuen Beylerbeyi-Palast zu machen, blieb der nach seiner marmorverkleideten Außenfassade benannte Pavillon das einzige erhaltene Bauwerk des alten Komplexes. Nach der Proklamation der Republik und dem Nationalisierungsgesetz von 1924 ging er in die Obhut der Großen Nationalversammlung der Türkei über und wurde später der Generaldirektion der Nationalen Paläste unterstellt. Obwohl er 1964 zusammen mit dem Palast für Besucher geöffnet wurde, schloss er 1971 erneut und wurde 1981 nicht wiedereröffnet. Schließlich erhielt der gesamte Palastkomplex einschließlich des Marmorpavillons 1985 den Status eines Museums und wurde am 5. Juli desselben Jahres wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Zwischen 2008 und 2011 wurde der Pavillon einer gründlichen Restaurierung unterzogen. Der Pavillon befindet sich im vierten Terrassengarten des Komplexes und bot in den Sommermonaten einen kühlen Rückzugsort. Dieses eingeschossige Massivbauwerk erstreckt sich grob in Nord-Süd-Richtung, wobei sein zentraler Block – eine rechteckige Halle – leicht aus der nach Westen ausgerichteten Fassade heraustritt. Die Vorder- und Seitenansichten sind vollständig im Empire-Stil mit Marmor verkleidet, während die verputzte Rückwand einen kleinen Innenhof umschließt. Im Inneren entfaltet sich ein symmetrischer Grundriss um die Haupthalle: Zwei identische rechteckige Räume flankieren den Mittelbereich, und Servicebereiche (einschließlich einer Toilette) befinden sich am östlichen Ende. Im Herzen der Halle liegt ein flaches Marmorbecken mit einem Springbrunnen, flankiert an jeder Wand von einem dekorativen Salsabil. Oben sind die Decken der Halle und der Nebenräume durch ein zartes Gitter aus Holzleisten gerahmt, deren geometrische Felder mit handgemalten Motiven und Bildszenen gefüllt sind, die die Pracht des neobarocken Ornaments mit der Klarheit des Empire-Klassizismus verbinden.

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